ASASELLO QUARTETT  + LARA PIETJOU +  VALERIJ LISAC

AMUSING OURSELVES TO DEATH

EINE POLIT-OPER STÜRZT AB

Nachrichten als Show, Politik als Spektakel:
Was bleibt, wenn alles nur noch Unterhaltung ist?

Das Asasello Quartett, Lara Pietjou und Valerij Lisac zerlegen die politische Medienbühne musikalisch, performativ und medial – virtuos, überdreht, präzise. Zwischen Beethoven und TikTok, Rednerpult und Rausch, Talkshow und Theater explodiert eine Inszenierung, die Politainment an die Wand fährt.

Eine musikalische Störung im (Polit-) System.
Laut. Lustvoll. Unbequem.

Live!

„Die besten Dinge im Fernsehen sind sein Schund… Wir messen eine Kultur nicht an ihren unverhüllten Banalitäten, sondern an dem, was sie als bedeutungsvoll erachtet. Hier liegt unser Problem, denn das Fernsehen ist am trivialsten und daher am gefährlichsten, wenn seine Ansprüche hoch sind, wenn es sich als Träger wichtiger kultureller Gespräche präsentiert.“                                                                   Neil Postman: “Amusing Ourselves to Death” (Penguin Books, 1986)

Inspiriert von Neil Postmans gleichnamigem Werk hinterfragt das Projekt kritisch die Trivialisierung politischer Inhalte und den Verlust echter Debattenkultur.  Wie beeinflussen Talkshows, Schlagzeilen und Algorithmen unser Verständnis von Politik? Wie sehr prägen mediale Inszenierungen den demokratischen Diskurs? 

Das Asasello Quartett interpretiert eine eigens komponierte Partitur, basierend auf sprachlichen, formalen, schnitttechnischen und statistischen Analysen. Politische Schlagwörter werden zu choreografischen Motiven, Zustimmung und Protest erhalten eine akustische Präsenz, während die theatralische Inszenierung mediale Strategien entlarvt.

Amusing Ourselves To Death legt so die Machart moderner Medienpolitik offen und fragt: 
Was bleibt von politischen Inhalten übrig, wenn man sie aus ihrem medialen Kontext reißt? Kann der demokratische Diskurs künstlerisch optimiert werden?


PRESSESTIMMEN

...eine aus den Fugen geratende Polit-Oper." – Kölner Stadtanzeiger, 30. April 2025

“...eine ebenso analytisch treffsichere wie komische Satire über den allgegenwärtigen Polittalk im Fernsehen...”
– Oper & Tanz, Heft 2025/3

“(Valerij Lisac) zeigt wie Dialoge zwischen politischen Wettbewerber:innen als bloße Show inszeniert, ritualisiert, choreografiert und dramatisiert und dadurch als Grundvoraussetzung der deliberativen Demokratie ausgehöhlt werden.” – musiktexte.online, Mai 2025

BEETHOVEN. BRITNEY. BUMS.

Goethes Bild vom Quartett als „vier vernünftige Leute, die sich unterhalten“ evoziert ein Ideal demokratischer Verständigung – kontrolliert, polyphon, harmonisierbar. Doch gerade darin liegt die Ambivalenz: Das Quartett ist auch eine Disziplinierungsmaschine westlicher Musikgeschichte, ein Ensemble der Differenzverwaltung.

In dieser Arbeit wird das Asasello Quartett Träger eines kulturell aufgeladenen Kommunikationsideals und zugleich Projektionsfläche seiner Brüche. Es artikuliert politische Rhetorik durch Körper, Klang, Geste, Reibung, Atem und Stille, während eine Moderatorin um Kontrolle ringt: Sie moderiert am Abgrund des Formats – bemüht um Struktur, doch überrollt vom Spektakel, das sie zähmen soll.

ES STÜRZEN

Asasello Quartett:
Rostislav Kozhevnikov, Violine
Casper Hesprich, Violine
Justyna Sliwa, Viola
Teemu Myöhänen, Cello

und

Lara Pietjou, Performance

gemeinsam mit:

Valerij Lisac, Konzept, Musik & Inszenierung
Stawrula Panagiotaki, Outside Eye
Lena Thelen, Bühne und Kostüm

Simon Kwame, Licht
Andy Hafner, Ton

sowie:

Beethoven, Britney, Lindner, Amthor, Weidel, Trump, Merz u.v.a.

ASASELLO QUARTETT

Asasello Quartett ist ein europäisches Ensemble. Seit der Gründung im Jahre 2000 in der Kammermusikklasse von Walter Levin in Basel haben sich die Musiker nicht nur als hervorragende Interpreten des klassisch-romantischen Repertoires und der neuen Musik einen Namen gemacht.

Der Studienabschluss erfolgte an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz beim Alban Berg Quartett und David Smeyers. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen sowie die Förderung eigener Projekte erlauben die Umsetzung neuer Ideen, besonderer Aufnahmetechniken und Konzertformen.

Die Programme sind intelligent und anspruchsvoll, nie mainstream. Wenn es sein muss, springt Asasello auch vom Stuhl oder aus dem Frack.

Rostislav Kozhevnikov, Violine
Casper Hesprich, Violine
Justyna Sliwa, Viola
Teemu Myöhänen, Cello

LARA PIETJOU

Lara Pietjou ist Schauspielerin und Performerin aus Köln. Neben ihrer mehrjährigenZusammenarbeit mit ANALOG Theater arbeitete sie u.a. am Schauspielhaus Stuttgart und am
Schauspiel Köln und mit dem Kölner Performanceduo Hofmann und Lindholm zusammen.
Sie ist regelmäßig als Sprecherin im Hörfunk tätig.

LENA THELEN

Lena Thelen studierte von 2003-2007 Theatervormgeving an der Academie Beeldende Kunsten Maastricht und an der HdK Berlin Weißensee. Nach dem Studium assistierte sie am Theater Bonn sowie am Schauspiel und der Oper in Köln.
Hier entstanden erste künstlerische Arbeiten, wie „Ausgehen123“, Regie: Robert Borgmann und „Deine Fassade beginnt zu bröckeln..“ Regie: Anna Horn.

Seit 2011 ist sie als freischaffende Bühnen und Kostümbildnerin tätig,
u.a. bei der Uraufführung „Nullzeit“ von Juli Zeh am Theater Bonn, Regie: Sebastian Kreyer, „Les Enfants terribles“ von Philip Glass, Oper Köln, Regie: Anna Horn, „Der Aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, am DNT Weimar, Regie: Christoph Mehler und „Faust II“ am Theater Koblenz, Regie: Christian Schlüter, „Dido und Aeneas“ von Henry Purcell, Festival für Alte Musik Knechtsteden und "UNEARTHING MELODIES”, Acht Brücken Festival Köln, Regie: Valerij Lisac,

Außerdem besteht eine Zusammenarbeit mit der Choreographin Sonia Franken und El Cuco Projekt und sie ist Gründungsmitglied des interdiziplinären Künstlerkollektiv POLAR PUBLIK. 

STAWRULA PANAGIOTAKI

Stawrula Panagiotaki studierte Neuere deutsche Literatur, Neogräzistik und Deutsch als Fremdsprache an der Freien Universität Berlin. Während des Studiums arbeitete sie unter anderem bei der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Von 2009 bis 2013 war sie als Assistentin und Dramaturgin am Schauspiel Köln tätig. Im Anschluss ging sie mit der freien Gruppe COSTA COMPAGNIE für zwei Jahre mit dem »Doppelpass« der Kulturstiftung des Bundes geförderte Produktionen ans Theater und Orchester Heidelberg. Zudem arbeitete sie als Dramaturgin am Theater Bonn, am Staatstheater Darmstadt, sowie als Redakteurin und Dramaturgin für das Berliner Theatertreffen.

In freien Kontexten produzierte sie mit dem feministischen Kollektiv SWOOSH LIEU am Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt und arbeitet regelmäßig mit MOUVOIR/Stephanie Thiersch (unter anderem für die Ruhrtriennale 2020 Produktion ARCHIPEL).

Seit der Spielzeit 2016/17 war Panagiotaki als Dramaturgin am Schauspiel Köln engagiert, wo sie unter anderem auch die Außenspielstätte »Britney« am Offenbachplatz leitete. Sie war Mitglied zahlreicher Jurys und Fachbeiräte wie der Kulturakademie Tarabya des Goethe Instituts Istanbul, der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, dem NRW Landesbüro Tanz oder dem Stückemarkt des Berliner Theatertreffens.

Seit 2023 leitet Stawrula Panagiotaki die studiobühneköln.

VALERIJ LISAC

Valerij Lisac ist Künstler, Filmemacher, Musiker und Regisseur, dessen Schaffen sich durch außergewöhnliche Vielseitigkeit und eklektische Ausdrucksformen auszeichnet. Sein Interesse gilt den hybriden, intermedialen und performativen Kunstformen. Lisacs künstlerisches Schaffen umfasst ein breites Spektrum an Medien und Genres, darunter Film, Musik, Sound- und Videoinstallationen, Konzert- und Musiktheaterinszenierungen sowie inklusive und partizipative Formen.

Sein Regiedebüt - eine intermediale Inszenierung von Schönbergs "Pierrot lunaire” wurde beim Reykjavík Arts Festival uraufgeführt und für den Icelandic Music Award 2014 und den Nordic Council Music Prize 2015 nominiert. Darauf folgten weitere Arbeiten als freier Regisseur, darunter Purcells Oper "Dido und Aeneas", Konzertinszenierungen "Unearthing Melodies” und “Of Darkness", sowie musiktheatralische Arbeiten "Repeat Play! VR”, Becketts "Words and Music” und “Amusing Ourselves To Death", die auf verschiedenen Festivals zur Aufführung gelangten.

Als Komponist, Video-, Sound- und Kostümdesigner ist er in verschiedenen performativen, theatralischen und musiktheatralischen Kontexten tätig, unter anderem am Theater Bonn, Deutschem SchauSpielHaus Hamburg, Schauspiel Köln, Oper Köln, Theater Paderborn, mit den Kollektiven Futur3, El Cuco Projekt, A.Tonal Theater, Trust Dance Theatre (Seoul), dem Reykjavík Chamber Orchestra, dem E-MEX Ensemble, dem Asasello Quartett und v.a..

Valerij Lisac lebt und arbeitet in Köln.